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Faustformel gegen Verwackeln

Ein allseits bekanntes Problem: Verwackeln

Bei vielen Fotografie-Einsteigern misslingen manche Bilder, weil sie verwackelt sind. In den meisten Fällen liegt das daran, dass sie blind der Vollautomatik vertrauen, die sie dann im Stich lässt, wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind. Bei Sonnenschein im Freien hat die Vollautomatik in der Regel keine Probleme eine Zeit-/Blenden-Kombination einzustellen, bei der die Belichtungszeit kurz genug ist. Am Abend und in geschlossenen Räumen ist die Automatik aber oft überfordert. Sicher gehen kann man nur, wenn man die Belichtungszeit selbst einstellt und die Blendenautomatik nutzt. Zur Not muss man die ISO-Einstellung erhöhen, wenn die Lichtverhältnisse dies erfordern.

Fotografieren aus der Hand

Um Verwackelungen zu vermeiden, muss man eine der Brennweite entsprechende Belichtungszeit einstellen. Die Faustformel gegen das Verwackeln lautet: Die Belichtungszeit sollte dem Kehrwert der Brennweite entsprechen. Das hört sich vielleicht kompliziert an, ist jedoch sehr einfach anzuwenden. Fotografiert man beispielsweise mit einem 100mm-Objektiv, sollte die längste Belichtungszeit 1/100s betragen. Kürzere Belichtungszeiten sind natürlich nicht schädlich, also 1/200s bei einem 100mm-Objektiv. Anders herum kann es jedoch problematisch werden, wenn man beim gleichen Objektiv mit 1/50s fotografiert, dann besteht Verwackelungsgefahr.

In manchen Fotoforen wird diskutiert, ob man den Cropfaktor bei dieser Faustformel berücksichtigen muss. Der Cropfaktor macht ja aus einem 100mm-Objektiv ein 160mm-Objektiv. Im Prinzip ist der Gedanke richtig, aber die Berücksichtigung würde eine Genauigkeit der Faustformel unterstellen, die nicht gegeben ist. Faustformeln haben es nun einmal so an sich, ungenau zu sein und nur einen groben Anhalt zu geben. Manchmal ist die Tagesform eines Fotografen entscheidender, als der Cropfaktor. Soll heißen: Man benutzt die Formel nur als Richtwert, der nicht überschritten werden soll. Sind kürzere Belichtungszeiten ohne Probleme möglich, nutzt man sie natürlich.

Belichtungszeit gegen Verwackelung © Bernd Kröger

Wenn man abends fotografiert, muss man besonders auf die Belichtungszeit achten, um Verwackelungen zu vermeiden. © Bernd Kröger

Bildstabilisator: Hilft bei Verwackeln, aber nicht bei Bewegungsunschärfe

Einige Kameras oder Objektive haben einen eingebauten Bildstabilisator, der das Bild im Sucher ruhig hält, auch wenn unsere Hände zittern. Diese Vorrichtungen arbeiten mit einem sich bewegenden Bildsensor (Bildstabilisator in der Kamera) oder mit einer beweglichen Linse (Bildstabilisator im Objektiv). Unter guten Bedingungen kann man so ein oder zwei Blendenstufen länger belichten, ohne zu verwackeln. Man kann also mit dem 100mm-Objektiv mit 1/50s oder gar mit 1/25s fotografieren, ohne dass das Bild verwackelt.

Der Bildstabilisator hilft allerdings nur gegen Verwackeln, nicht gegen Bewegungsunschärfe. Wenn sich das Motiv bewegt, muss man also eine kurze Belichtungszeit einstellen, auch wenn man mit dem Weitwinkel fotografiert. Bewegte Objekte lassen sich nur mit kurzen Belichtungszeiten „einfrieren“.

Bewegungsunschärfe: Kinder am Trampolin © Bernd Kröger

Bildstabilisatoren helfen nicht gegen Bewegungsunschärfe. © Bernd Kröger

Zauberwort Stativ?

Um Verwackelungen sicher zu vermeiden, kann man ein Stativ verwenden, das die Kamera sicher hält. Die Größer der Kamera bestimmt dabei die Stabilität des Statives. Kleine Kompaktkameras kann man schon mit einem kleinen Tischstativ sicher aufstellen. Große Spiegelreflexkameras dagegen, insbesondere in Kombination mit langen, schweren Teleobjektiven, verlangen nach einem stabilen und standfesten Stativ. Aber auch hier gilt natürlich: Bewegungsunschärfe lässt sich mit einem Stativ nicht vermeiden.

Windräder: Lange Belichtungszeit mit Stativ © Bernd Kröger

Lange Belichtungszeiten und lange Brennweiten erfordern in jedem Fall ein Stativ. © Bernd Kröger

ISO: Rauschen vs. Verwackeln

Sind die Lichtverhältnisse nicht optimal, sodass die erforderliche kurze Belichtungszeit nicht eingestellt werden kann, um Verwackeln zu vermeiden, kann man die ISO-Einstellung an der Kamera erhöhen. Es ist besser, mit ISO 800 oder 1600 und einer kurzen Belichtungszeit zu fotografieren und damit etwas Bildrauschen zu erzeugen, als mit einer zu langen Belichtungszeit alle Bilder zu verwackeln.

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