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Lightroom 5 und Schwarzweiß-Fotos

Adobes Photoshop Lightroom 5 ist für viele Fotografen auf der ganzen Welt zu einem unverzichtbarem Tool geworden. Es ermöglicht die Bildbearbeitung in einer Unkompliziertheit und Geschwindigkeit, die mit auf die Bearbeitung einer einzelnen Datei ausgelegten Programmen nur schwer möglich wäre. Lightroom lässt sich in den Grundzügen schnell erlernen, bis zur wirklich flinken Benutzung ist es aber meist ein langer Weg. Man muss sich Strategien überlegen und wissen, welcher Regler zu welchem Ergebnis führen wird. Besonders Schwarz-Weiß Fotos sind hier hgilfreich; hier hat man als Fotograf besonders viel Gestaltungs- und Experimentier-Spielraum.

Wie solche Gedankengänge aussehen könnten demonstriere ich hie ran meinem eigenen Workflow. Dieser Artikel ist als Inspiration gedacht, aber nicht als Bibel: Jeder muss seinen eigenen Zugang zur Fotobearbeitung mit Lightroom finden.

Um optimale Ergebnisse zu erhalten sollten sie auf jeden Fall in RAW fotografieren.

Schritt 1: Was ist das Ziel?

Nach dem Import der Dateien in Lightroom 5 und der ersten Sichtung sollte ihre Frage immer lauten: Wie soll mein Bild aussehen? Welchen Eindruck soll es dem Betrachter vermitteln?

Lightroom Fotografie und Schwarzweiß-Fotos

© Darius Kromoser

Bei diesem Bild, dass ich in einem kleinen Bahnhof nahes meines Heimatdorfes aufgenommen habe möchte ich dem Betrachter einen Eindruck von der Tristesse vermitteln, die teilweise in diesen kleinen Bahnhöfen herrscht, die von einer eigentümlichen und altmodischen Architektur geprägt sind. Ich möchte die geometrischen Formen, die ich schon durch die Aufnahmeperspektive betont habe noch weiter hervorheben und die vielen aufeinanderprallenden Winkel und Flächen betonen. Die dunklen Partien des Bildes sollten heller werden, gleichzeitig möchte ich einen sichtbaren Lichteinfall auf der rechten Seite bewirken, dass Bild soll den Betrachter vom optisch dominanten Fahrkartenautomaten auf der rechten Seite zu den helleren Partien am linken Rand führen.

Schritt 2: Belichtungskorrektur, SW-Konvertierung und Kontrast in Lightroom 5

Der erste Schritt in der Bearbeitung ist die Anpassung von Belichtung und Kontrast sowie die Konvertierung auf Schwarz-Weiß. Das Ziel dieses Schrittes ist eine Bearbeitungsstufe zu erreichen, die im Großen und Ganzen schon so aussieht wie es das fertige Bild tun soll.
Möchte ich ein kontrastreiches Bild erhalten, werde ich die Belichtung ein bisschen mehr als nötig erhöhen, da kontrastreiche Bilder immer dunkler wirken. Danach konvertiere ich das Bild in Graustufen und erhöhe den Kontrast bis ich mich schon relativ nah an das angestrebte Endprodukt angenähert habe.

Foto Konvertierung auf Schwarz-Weiß

© Darius Kromoser

Achten sie hierbei einerseits darauf, dass im ganzen Bild noch halbwegs Zeichnung erhalten bleibt und keine riesigen vollflächig weiße oder schwarze Flächen entstehen. Lassen sie sich aber andererseits von dieser Überlegung nicht zu sehr beeinflussen; in diesem Fall ist mir der ausgebrannte Himmel am rechten Rand egal.

Schritt 3: Kontrast und Feinheiten in Lightroom 5

Kontrast und Feinheiten in Lightroom 5

© Darius Kromoser

 

Im nächsten Schritt arbeite ich mich einfach die Regler hinab: Ich erhöhe den „Tiefen-Wert“, also die Helligkeit der dunklen Bildbereiche ein wenig, um mehr Zeichnung in die großen Schattenbereiche des Bildes zu bringen. Dasselbe könnte ich mit der Lichter-, Schwarz- und Weiß-Einstellung machen. „Lichter“ ist dabei das Pendant zu „Tiefen“ für helle Bereiche, „Weiß“ und „Schwarz“ legen fest, ab wann ein Grauwert absolut schwarz oder absolut weiß ist. Lightroom gibt uns allerdings die Möglichkeit einfach an dem Regler zu drehen und zu sehen, was passiert; nach einiger Zeit werden sie selber fast instinktiv merken, woran sie wir drehen müssen.

Der nächste Schritt ist die Gradationskurve, das nächste Bedienfeld. Hier stelle ich zunächst das Bedienfeld „Punktkurve“ auf den Wert „Eigene“, damit ich meine Kurve wirklich frei zeichnen kann. Die Gradationskurve ist im Endeffekt nur eine kompliziertere und präzisere Art den Kontrast bzw. die Helligkeit der Tiefen und Höhen einzustellen. Links auf der Kurve sind die Tiefen, rechts die Höhen; unten ist dunkel und oben hell. Eine S-Form erhöht also den Kontrast.
Wenn sie diese Einstellung vornehmen, müssen sie im Normalfall den Kontrast wieder verringern, um kein zu kontrastreiches Bild zu erhalten.

Schritt 4: Profilkorrekturen und Upright, Zuschneiden in Lightroom 5

Kontrast und Feinheiten in Lightroom 5

© Darius Kromoser

Die Upright-Funktion gibt es seit Lightroom 5 und erscheint mir als die beste Sache seit geschnitten Brot. Sie dient zur perspektivischen Korrektur des Bildes, zum „Geraderichten“ der Linien. Im Normalfall sollte die „Auto“-Einstellung ihr Bild ausreichend begradigen und gut funktionieren. Außerdem habe ich die Profil-Korrekturen aktiviert, die das Bild von der natürlichen Vignettierung und Verzerrung eines jeden Objektivs befreien sollte.

Profilkorrekturen und Upright, Zuschneiden in Lightroom 5

© Darius Kromoser

Außerdem schneide ich das Bild zu und verstecke die rechte Mauerkante, die meiner Meinung nach das Auge aufhält und die Bildharmonie ein wenig stört.

Schritt 5: Detailarbeiten, Verläufe und Tonwerte in Lightroom 5

Im nächsten Schritt widme ich mich den Feinheiten: Der Fahrkartenautomat erscheint mir noch zu dunkel und dominant, im Gegensatz dazu würde ich den Lichteinfall auf der rechten Seite des Bildes noch betonen.

Detailarbeiten, Verläufe und Tonwerte in Lightroom 5

© Darius Kromoser

Die Helligkeit des Fahrkartenautomaten kann ich über das Feld „Schwarzweißmischung“ kontrollieren. Da er strahlend Rot ist, muss ich hier nur den Wert für Rot erhöhen. Achten sie darauf, dass ein natürlicher Look erhalten bleibt.

Schwarzweißmischung des Fotos und Hellligkeit erhöhen

© Darius Kromoser

Um die rechte Seite des Bildes weiter aufzuhellen bediene ich mich eines Verlaufes. Dabei erhöhe ich allerdings nur die Helligkeit der Lichter, da eine allgemeine Erhöhung der Belichtung im Normalfall eine sichtbare Kante nach sich zieht. Auch das einzige übrig gebliebene sichtbare Detail auf der Stromleitung stört mich und lässt mein Auge nicht rund über das Bild rutschen. Ich entferne es mit dem Bereichsreparatur-Tool, das sich seit LR 4 auch über das Bild ziehen lässt.

Lightroom 5 und Schwarz Weiß-Fotos: Vorher-Nachher-Vergleich

© Darius Kromoser

Im Vorher-Nachher-Vergleich (Shortcut „Y“) können wir sehen, wie sich das Bild verändert hat. Nun bleibt uns nichts zu tun, außer es zu exportieren.

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