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The Power of P – Ein Fotoshooting planen

Auch wenn es heute um Superhelden geht, ist der eigentliche Hauptdarsteller ein ganz alltäglicher Held – das P – die Planung. Die hat zwar auf den ersten Blick wenig mit maskierten Gestalten, technischen Gadgets oder fiesen Bösewichten zu tun, schaut man aber etwas genauer hin, dann unterscheidet sie sich gar nicht so sehr von Batman & Co.

Zuerst zur Vorgeschichte…

In der Planung meiner neuen Fotografie -und Photoshop-Seminare zum Thema „Superhelden“ stand vor kurzem ein Testshooting auf dem Programm. Inspiriert von einem sehr guten Freund, dessen Leidenschaft für Filme und im speziellen für das Universum von Marvels Superhelden durchaus ansteckend ist, wollte ich Wolverine und She Hulk, also den weiblichen Hulk, fotografisch so in Szene setzen, dass die Fotos das optimale Ausgangsmaterial für das folgende – und in solchen fällen durchaus notwendige – Compositing bilden.

Fotoshooting Wolverine

©Christian Iberer

Meine Herangehensweise war, einige Bilder zu diesen Themen aus dem Internet zu sammeln, die besten Posen daraus auszuwählen und diese bei besagtem Shooting zu fotografieren. An dieser Stelle ist es Zeit für den Auftritt unseres Superhelden – die Planung. Auch die kommt oft verkleidet daher, denn während ich vermeintlich Bilder mit geeigneten Posen ausgesucht habe, hab ich mir unbewusst eigentlich Stimmungen, ja ganze Settings in den Kopf gesetzt. Und nicht nur, dass sie uns oft versteckt begegnet, so bringt sie – wie viele andere Superhelden – auch ihre technischen Gadgets mit. In unserem Fall sind das meist Blitze, Objektive, Reflektoren und vieles mehr, das notwendig ist, um die Bilder, die wir im Kopf haben, Realität werden zu lassen. Wer jetzt denkt, wenigstens die Bösewichte bleiben uns erspart, der irrt, denn sowohl Wind und Wetter, als auch technische Probleme oder fehlende Ausrüstung können einem schon mal einen anständigen Strich durch die Rechnung machen.

Und hier schließt sich der Kreis, denn eine gute und durchdachte Planung sorgt dafür, dass wir für jeden „Bösewicht“ das richtige Gadget dabei haben bzw. unsere Settings so planen, dass wir mit den uns zur Verfügung stehenden Gadgets das Optimum erreichen können.

Fotoshooting „Superhelden“: Ausrüstung und Location

Bei diesem Shooting habe ich mich bei der Ausrüstung für zwei Aufsteckblitzen mit Stativen und entsprechenden Lichtformern, nämlich einem Beauty-Dish und einem Firefly, einem Funkauslöser, einem Lichtstarken 35mm Objektiv (Blende 1,8) und einem Reflektor entschieden. Als geeignete Location hat sich sehr schnell eine Tiefgarage herauskristallisiert. Die Instruktionen für die Models waren einfach, hatte ich doch Bilder, die ich ihnen jederzeit zeigen konnte.

Der wichtigste und für viele schwierigste Teil der Planung ist aber mit Sicherheit der Einsatz der Blitze. Darum möchte ich jetzt meine diesbezügliche Herangehensweise genauer beschreiben.

Fotografieren mit Blitz

Szene 1 – die Tiefgarage. Natürlich ist es in Tiefgaragen immer dunkel, aber eben nie ganz finster. Für die gewohnte Nutzung solcher Garagen durchaus von Vorteil, für den Einsatz von Blitzen eine Herausforderung. Beim Fotografieren mit Blitzen verwende ich immer den manuellen Modus meiner Kamera, wähle als Belichtungszeit 1/160 Sekunde und den niedrigsten natürlichen ISO-Wert meiner Kamera, zB ISO 100. Jetzt fehlt noch die Blende, aber dazu gleich mehr. Anfangs stelle ich eine beliebige Blende ein, je nachdem welchen Effekt ich erzielen möchte. Jetzt mache ich ein Foto von meinem Motiv – ganz ohne Blitze. Dabei achte ich darauf, dass das entstandene Bild fast ganz dunkel ist, also das Motiv nur sehr schwach erkennbar ist, denn damit stelle ich sicher, dass meine Szene ausschließlich durch die Blitze und nicht durch einen Mischung von Blitzen und verfügbarem Licht ausgeleuchtet wird. Falls notwendig, schließe ich die Blende so weit, bis ich das gewünschte dunkle Ergebnis im Kasten habe. Jetzt bringe ich den ersten Blitz in meine Szene. Ein häufiger Fehler ist, alle Blitze gleichzeitig zu bringen. Dies hat den Nachteil, dass man nie weiß welcher Blitz sich wie verhält und das eine Nachjustierung entsprechend umständlich macht. Bringt man jeden Blitz einzeln, so kann man so lange herumtüfteln, bis dieser perfekt passt. Erst dann kommt der nächste. Auch hier bietet es sich an, den ersten ganz auszuschalten – dieser ist ja bereits richtig eingestellt und wartet nur auf seinen späteren Einsatz. Wenn auch der zweite passt, dann den ersten dazu schalten und die Kombination testen, wenn notwendig korrigieren und schon kann man sich nur noch auf Motiv, Pose und Bildkomposition konzentrieren.

Fotoshooting Superhelden

©Christian Iberer

Fotografieren mit Gegenlicht

Szene 2 – der Platz an der Sonne. Beim Shooting für das She-Hulk Foto habe ich mich für eine Gegenlichtaufnahme entschieden. Vor allem wollte ich unbedingt die Sonnenstrahlen mit im Bild haben. Bei meinem Objektiv eignet sich dafür Blende 22 am besten. Bei manchen Objektiven ist das schon bei Blende 16 mit einem tollen Ergebnis möglich. Das Gegenlicht bringt zwar wunderschönes Licht in die Haare des Models, bringt aber – vor allem bei so kleiner Blendenöffnung – das Problem mit sich das Gesichter immer sehr dunkel bis völlig schwarz werden. Aber dank unseres Helden – der Planung – war der Reflektor mit dabei und somit die „Ausleuchtung“ des Models kein Problem mehr… Wäre da nicht der Wind gewesen, aber das ist eine andere Geschichte…

Fotoshooting mit Gegenlicht ©Christian Iberer

©Christian Iberer

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