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Analoge Kameras: Tipps für das Mittelformat

Natürlich ist Kleinbild nicht das einzige Format, dass dem Analog-Enthusiasten zur Verfügung steht; Filmformate gab es in Hülle und Fülle und für alle Anwendungen lässt sich ein passendes finden. Eines der bekanntesten ist das Mittelformat, auch 120er Format genannt. Auch hier gibt es eine große Auswahl an Kameras, die man wählen kann. Für alle gilt: Sie sind wie der 120er-Film teurer und schwerer zu finden als ihre 35mm-Pendants. Allerdings besticht das größere Format durch weit höhere Schärfe und Auflösung, die ersten entwickelten Rollen werden Ihnen den Atem rauben.

Die Minimalvariante – Die Holga

Die Holga ist eine der ikonischsten Mittelformatkameras aller Zeiten und hat eine fast fanatische Fangemeinde. Holgas sind relativ billig, aber nur aus Plastik, selbst die Linse besteht aus diesem Material, das heißt: Die Bilder, die sie aus dieser Kamera holen werden werden selbst bei optimaler Scharfstellung unscharf sein. Ebenso sind Holgas selten dicht; sie werden Lichtstreifen auf ihren Bildern entdecken. Dieser Look ist aber Teil des Charmes der Holga.

Mit einer Holga werden Sie glücklich, wenn Sie sich einfach und ohne großes Investment an die Mittelformatfotografie wagen wollen. Die Kamera macht Spaß, aber bietet Ihnen gar keine Kontrolle: Die Belichtungszeit ist festgesetzt bei 1/60, die Blende ebenso bei etwa f/8. Die einzige Einstellungsmöglichkeit ist ein sehr primitiver Fokusschieber, der aber nur die Optionen „nah“ und „weit“ bietet.

Faltkameras

Der zweite billige Einstieg in die Welt des Mittelformats sind Faltkameras aus Opas Zeiten. Geräte wie die Agfa Isolette sind nicht unbedingt rar und werden für verkraftbare Preise gehandelt. Am anderen Ende des Spektrums gibt es Kameras wie die Fuji 667, die man immer noch neu kaufen kann, wenn auch für einen absurd hohen Preis.

Der ganz große Vorteil von Faltkameras ist natürlich ebenjener Faltbalgen. Im „inaktiven“ Zustand passen Faltkameras in fast jede Jackentasche. Nachteile von Faltkameras sind einerseits das festsitzende Objektiv und bei billigeren Geräten andererseits die nicht vorhandene Messsucherkuppelung. Das bedeutet, dass die Fokussierung durch Schätzen anhand der Entfernungsskala des Objektives erfolgen muss, was vor allem beim kleinen Schärfebereich des Mittelformats zu Problemen führen kann.
Aufgrund ihres hohen Alters ist die Auswahl an tatsächlich funktionierenden Faltkameras nicht ganz so hoch wie bei 35mm-Spiegelreflexkameras, aber so manches Schnäppchen lässt sich immer noch machen.

Messsucherkameras

Analoge Messsucherkameras führen ein leichtes Nischendarsein, stets ein wenig überschattet von ihren ein- oder zweiäugigen Reflexgeschwistern (keine Sorge, die erkläre ich noch). Wie auf kleineren Formaten sind Mittelformat-Messsucherkameras von der Benutzung her ein Zwischending aus Kompakt- und Reflexkamera: Sie sind kleiner als diese (wobei „klein“ bei Mittelformatapparaten immer ein relativer Begriff ist) und müssen durch den Sucher fokussiert werden, bieten aber vollkommene Kontrolle und die Möglichkeit, Objektive zu wechseln. Beliebte Optionen sind Geräte wie die Mayima 6-Serie oder Fujis 645 RF-Serie.

Zweiäugige Reflexkameras

Die zweiäugige Reflexkamera ist eine Besonderheit, die man fast nur durch das Mittelformat erleben kann. Bei dieser Kamerabauart gibt es zwei Objektive, die übereinander angeordnet sind; das untere ist für die Projektion des Bildes auf den Film zuständig, das obere wirft ein Bild auf eine Mattscheibe und fungiert so als Sucher. Zweiäugige Reflexkameras, auch TLRs genannt, werden in den allermeisten Fällen durch einen spiegelverkehrten, oben angebrachten Sucher bedient; man schaut „auf“ die Kamera, um einen Bildausschnitt zu wählen.

Vorteil der TLR ist das enorm sanfte Auslösen und in manchen Situationen der Sucher, beides zusammen macht TLRs zu guten Kameras für Street-Fotografie. Nachteile finden sich in der relativen Größe und Massivität der Kameras, außerdem sind die meisten TLRs mit fest sitzenden Objektiven ausgestattet.

TLRs sind heute sehr gefragt und relativ selten. Für viele Leute sind sie die klassischen Mittelformatkameras, was vor allem den Inbegriff der TLR, die Rolleiflex in älteren Varianten zu einem begehrten Sammlerobjekt macht. Billigere Alternativen sind beispielsweise die Rolleicord oder Yashica Mat, letztere oft für unter 150 Euro zu haben. Die klassische Rolleiflex wird übrigens immer noch gebaut, auch hier zu einem unerschwinglichen Preis.

Spiegelreflexkameras

Natürlich hat auch das Mittelformat viele großartige Reflexkameras hervorgebracht. Die bekannteste unter Ihnen ist die klassische Hasselblad 500 C/M und eigentlich alle anderen Kameras der 500-Serie.

Die Mittelformat-Reflexkamera bedient sich prinzipiell wie ihr 35mm-Pendant, muss aber aufgrund Ihrer enormen Größe anders gehalten werden. Auch die Bedienelemente werden sich an für den Kleinbildfotografen ungewohnten Stellen finden. Ein weiterer Unterschied zur KLeinbild-Spiegelreflex ist der Sucher: Wie bei TLRs schaut man von oben auf eine Mattscheibe, die ein spiegelverkehrtes Bild anzeigt. Allerdings gibt es für Mittelformat-Spiegelreflexkamera meistens konventionelle Sucher als Zubehör.Vorteile der Mittelformat-Spiegelreflexkamera ist die Möglichkeit des Objektivwechsels und sogar des Filmmagazins, was bei vielen Geräten auch den Betrieb mit astronomisch teuren digitalen Rückteilen ermöglicht. Nachteilig wirken sich das hohe Gewicht und die bereits besprochene Größe aus.
Der Klassiker in diesem Bereich kommt wie erwähnt von Hasselblad, aber auch andere Hersteller haben tolle Modelle auf den Markt gebracht. Budget-Variante ist die Kiev 88, die allerdings oft mit gemischten Gefühlen bedacht wird; manche Fotografen schwören auf sie, andere zweifeln an Ihrer Verarbeitungsqualität und Langlebigkeit. Irgendwo zwischen Hasselblad und Kiev liegen Kameras wie die Zenza Bronica oder die Mamiya 67. Am oberen Ende des Segments rangieren (neben der 500-Serie) Kameras der Marke Rollei.

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