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Architekturfotografie für Anfänger

Eines der am meisten verbreiteten Fotosujets ist Architektur jedweder Art. Jeder von uns hat sicher im Urlaub schon die verschiedensten Städte fotografiert, um sich später die schönsten Ansichten Zuhause noch einmal ansehen zu können oder sie Freunden zu zeigen. Bei normalem Tageslicht erscheint das auch nicht besonders schwer. Anders sieht es abends oder bei Nacht aus oder manchmal auch bei schlechtem Wetter, wenn nicht genügend Licht vorhanden ist.

Auf die Ausrüstung kommt es an

Im Allgemeinen kann man sich von einem Haus in der Stadt, das man fotografieren möchte, nicht sehr weit entfernen. Manchmal kann man nur auf die andere Straßenseite wechseln, um zumindest etwas Abstand zu gewinnen. Aber trotzdem braucht man für die Architekturfotografie in aller Regel ein Weitwinkelobjektiv. Für Spiegelreflexkameras mit Vollformat-Sensor sollte man mit 24mm Brennweite oder weniger arbeiten, dann bekommt man schon einen guten Bildwinkel. Bei Kameras mit einem Cropfaktor von 1,5 oder 1,6 braucht man entsprechend eine Brennweite von 15 bis 16mm. Ist man mit einer Kompaktkamera unterwegs, ist man natürlich an die Möglichkeiten des eingebauten Objektivs gebunden, aber wenn man sich eine neue Kamera kauft, kann man die Entscheidung statt von der Megapixelzahl von der geringsten Brennweite abhängig machen.

Architekturfotografie mit Weitwinkelobjektiv: Dom ©Bernd Kröger

Oft kann man keinen großen Abstand zum Motiv einnehmen, daher benötigt man ein Weitwinkelobjektiv. ©Bernd Kröger

Für Nachtaufnahmen oder Fotos in der Dämmerung sollte man ein Stativ verwenden. Die Bildqualität würde leiden, wenn man die ISO-Einstellung erhöht, um kürzere Belichtungszeiten zur realisieren, die man für Fotos aus der Hand braucht. Häuser bewegen sich nicht, man kann also mit Belichtungszeiten von bis zu 30s arbeiten. Ein Vorteil solch langer Belichtungszeiten ist, dass Passanten, die durch das Bild laufen, nicht sichtbar werden. Damit man trotz Stativ nicht verwackelt, darf der Auslöser nicht von Hand gedrückt werden, weil das die Kamera erschüttert und zu Unschärfe führt. Besser ist es, wenn man einen Fernauslöser verwendet. Alternativ kann man die Kamera auch auf Selbstauslöser stellen, sodass etwas Zeit vergeht zwischen Drücken des Auslösers und der Aufnahme des Fotos. Einige Kameras lassen sich auf 2s oder 10s Verzögerung einstellen. 2s reicht, um die Erschütterungen der Kamera abklingen zu lassen.

Architekturfotografie bei Sonnenschein: Haus der Kulturen der Welt ©Bernd Kröger

Bei starkem Sonnenschein ist es einfach, gute Architekturfotos zu machen: Blendenvorwahl auf f/11. ©Bernd Kröger

 

Die richtigen Einstellungen

Bei Architekturfotos möchte man in der Regel, dass die Bilder vom Vordergrund bis zum Hintergrund scharf sind. Das erreicht man, wenn man eine Blende f/8 oder kleiner (f/11 oder f/16) einstellt. Man wählt also das Programm Blendenvorwahl mit Zeitautomatik. Fotografiert man aus der Hand, muss man die Belichtungszeit im Auge behalten und dafür sorgen, dass sie nicht zu lang wird, damit Verwackelung vermieden wird. Auch hier kommt wieder die Faustformel gegen das Verwackeln zum Einsatz: Belichtungszeit sollte der Kehrwert der Brennweite sein. Bei Weitwinkelaufnahmen lässt uns das jedoch viel Spielraum. Denn bei einer Brennweite von 15mm können wir auch noch eine Belichtungszeit von 1/15s aus der Hand fotografieren. Wird die Belichtungszeit länger, brauchen wir ein Stativ.

Archtekturfotografie bei Nacht: Brandenburger Tor ©Bernd Kröger

Nachtaufnahmen werden nur mit Stativ richtig gut. Die lange Belichtungszeit lässt Passanten „verschwinden“. ©Bernd Kröger

Bildstabilisator aus

Einige Objektive oder Kameras verfügen über einen Bildstabilisator. So lange man aus der Hand fotografiert, ist das ein nützliches Hilfsmittel, um Verwackelung zu vermeiden. Fotografiert man dagegen vom Stativ aus, sollte man den Bildstabilisator ausschalten, denn er kann zu Unschärfen führen. Das hört sich vielleicht etwas merkwürdig an, aber der Stabilisator versucht auf dem Stativ etwas zu vermeiden, was gar nicht auftritt: das Verwackeln. Dadurch, dass er es versucht, werden die Bilder manchmal unscharf.

Sonnenschein auf dem Motiv

Zu guter Letzt sollte man darauf achten, dass die Sonne auf das Motiv scheint. Fassaden im Schatten wirken matt und farblos. Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man zur richtigen Zeit wieder kommen, sodass die Fassade von der Sonne beschienen wird. Es ist eine einfache Rechnung: Die Erde dreht sich in 24 Stunden einmal um sich selbst. Das sind 15° pro Stunde. Ein solcher Winkel ist natürlich schwer abzuschätzen, deshalb sollte man sich merken, dass die Sonne in drei Stunden um 45° wandert, das ist ein halber rechter Winkel, den man ganz gut einschätzen kann. So kann man berechnen, ob man am selben Tag zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen muss oder am nächsten Tag zu einer früheren Stunde.

Bei schlechtem Wetter wirken alle Fotos nicht gut, daher sollte man bei wechselnder Bewölkung die Momente abwarten, zu denen die Sonne das Motiv beleuchtet. Auch wenn das eventuelle Begleitpersonen etwas nervt.

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