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Crop-Faktor einfach erklärt

Beim Kauf einer digitalen Kamera mit Wechselobjektiven ist der Crop-Faktor ein großes Thema. Aber was soll das überhaupt sein? Ich werde versuchen, es mit möglichste einfachen Worten zu erklären. Im Allgemeinen beschreibt der Crop-Faktor, wie viel kleiner das Aufnahmemedium (im Falle einer Digitalkamera: der Bildsensor) einer Kamera kleiner oder größer ist als 35mm-Film. Auch dieser Satz bedarf Erklärung: 35mm-Film, ist der Film, den wir noch aus dem Urlaub kennen; jener ganz normale Film, den man in jedem Drogeriemarkt kaufen kann.

Als um die Jahrtausendwende die ersten halbwegs bezahlbaren Spiegelreflex-Digitalkameras auf den Markt kamen, hatten diese aus Kostengründen eine kleinere Aufnahmefläche, einen kleineren Sensor als 35mm-Film. Die führte dazu, dass der Term „Crop-Faktor“ eingeführt wurde, da sich Objektive auf einem kleineren Aufnahmemedium anders verhalten. Um das zu verstehen, benutzen wir am besten eine Analogie. Stellen wir uns einen Beamer vor, der ein Bild auf eine Leinwand wirft. Das Bild passt perfekt; die Ränder sind exakt an den Rändern der Leinwand.

LW VF

© Shutterstock & Darius Kromoser

Nun tauschen wir die Leinwand gegen eine kleinere aus. Logischerweise hat sich der Ausschnitt auf der Leinwand geändert: Das Bild wirkt, als hätten wir weiter hineingezoomt. Der Rest des projizierten Bildes ist natürlich immer noch da, wir können ihn nur nicht auf der Leinwand sehen.

LW APS

© Shutterstock & Darius Kromoser

Und genau das passierte mit den ersten Digital-Spiegelreflexkameras: Es gab damals nur Objektive, die auf die Größe des 35mm-Films ausgelegt waren. Die verhielten sich aufgrund der kleineren Aufnahmefläche auf Digitalkameras anders; sie wirkten so, als hätte man weiter „hineingezoomt“. Der Crop-Faktor eines Sensors beschreibt, wie stark sich ein Objektiv verändert. Oder an einem praktischen Beispiel: Eine typische Einsteigerkamera wie die Canon 700D hat einen Crop-Faktor von 1,6. Setzt man an diese Kamera ein 50mm-Objektiv an, sieht es anders aus als ein 50mm-Objektiv auf dem größeren 35mm-Film. Mit einer einfachen Multiplikation von Brennweite mal Crop-Faktor (hier: 50mm x 1,6=80mm) können wir herausfinden, welche Brennweite wir auf Film bräuchten, um den gleichen Bildausschnitt zu sehen. Also: 50mm auf einem Sensor mit einem Crop von 1,6 zeigen den gleichen Bildausschnitt wie 80mm auf 35mm-Film

Verschiedene Sensorgrößen heute

Auch heute gibt es noch verschieden große Sensoren in Spiegelreflexkameras. Hier sind die wichtigsten aufgelistet:

Vollformat (so groß wie 35mm-Film, Cropfaktor 1,0)

Vollformat-Sensoren kommen da zum Einsatz, wo maximale Bildqualität gefragt ist. Sie verfügen meist über gigantische Megapixel-Zahlen und liefern auch im Dunkeln gute Bilder. Nachteil: Sie sind teuer. Vollformat-Kameras sind neu kaum unter 2000 Euro zu haben. Kameras mit Vollformat-Sensor sind beispielsweise die Canon 5D-Serie, Canon 6D, die Canon 1Ds/X-Serie, die Nikon D3-Serie, Sony a9 und a9r oder Leica M9 und M.

APS-H (Cropfaktor: 1,3)

APS-H-Sensoren waren bis zur letzten Generation der Serie in Canons 1D-Serie verbaut. Auch die Leica M8 verfügt über einen annähernd APS-H großen Sensor. Diese Größe stellt quasi einen Kompromiss aus Vollformat- und APS-C-Sensoren dar.

APS-C-Sensoren (Cropfaktor zwischen 1,5 und 1,6)

Die mit Abstand häufigste Sensorgröße bei Kameras mit Wechselobjektiv ist APS-C. Nikons, Sonys und Canons Einsteigerkameras nehmen alle auf APS-C-Sensoren auf, Samsung und Pentax stellen gar nichts anderes her. Der APS-C-Sensor ist ein guter Kompromiss zwischen Bildqualität, Kosten und Größe; moderne APS-C-Sensoren bieten genügend Bildqualität für fast jede Situation.

(Micro) Four Thirds-Sensoren (Cropfaktor: 2,0)

Four Thirds und Micro Four Thirds sind offene Industriestandards, die hauptsächlich von Olympus und Panasonic unterhalten werden. Ersterer ist der Standard für Spiegelreflexkameras, mittlerweile mehr oder weniger tot (Olympus stellt noch eine einzige FT-Kamera her, Panasonic gar keine), letzterer der Standard für spiegellose Systemkameras, auf den Olympus und Panasonic momentan stark bauen. Beide Anschlüsse haben die gleiche Sensorgröße, vier Drittel eines Inch. FT-Sensoren sind von der Bildqualität her meistens ein wenig schlechter als APS-C-Sensoren, haben aber in spiegellosen Kameras den Vorteil, dass sie extrem kompakte Kameras und Objektive ermöglichen. Jede digitale Wechselobjektiv-Kamera von Olympus oder Panasonic verfügt über einen FT-Sensor.

CX / Nikon One (Cropfaktor: 2,7)

Das CX-Format wurde von Nikon für deren spiegelloses Kamerasystem eingeführt. CX-Sensoren erlauben theorethisch noch kompaktere Bauweise als FT-Sensoren, liefern dafür aber noch geringere Bildqualität.

Das war der erste Teil einer Serie, in der ich über den Crop-Faktor sprechen werde. Im zweiten Teil wird es um die veränderte Blendenwirkung und die Frage, warum nicht jedes Objektiv auf jeden Sensor passt gehen.

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