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Ein Interview zu Reisefotografie mit Jürgen Koopmann

Die Geschichte unter der Oberfläche erzählen

Gemeinsam mit Interrail, Leica und HUAWEI bieten wir in diesem August ein einzigartiges Fotopraktikum an.
Valeria, Sebastian, Bianca und Davide reisen – ausgestattet mit Interrail Pässen, hochwertigen Leica Kameras sowie brandneuen HUAWEI P10 – quer durch Europa. Mit ihrer ganz persönlichen und faszinierenden Art, Erlebnisse mit Hilfe von Texten und Bildern zu illustrieren, werden sie ihre Highlights und die schönsten Momente dokumentieren.

Text: Valeria Anna Lampert | Fotos: Sebastian Gansrigler

In einem charmanten Münchner Café treffen wir den Fotografen Jörg Koopmann. Wir haben Glück, denn als Kurator des Lothringer13 ist er gerade in der Stadt und hat Zeit für uns. Der perfekte Einstieg, um unser kleines Abenteuer zu beginnen. Denn kaum einer könnte besser sein, um uns noch spontan die letzten wichtigen Tipps zum Thema Reisefotografie mit auf den Weg zu geben.

Das Treffen mit Koopmann entwickelte sich zu einem sehr angenehmen Gespräch über die verschiedensten Facetten der Fotografie und wie diese besonders in Bezug auf das Reisen spannend sein kann. Denn Jörg Koopmann sieht über das Offensichtliche hinweg, versucht sich immer wieder den Blick für das Besondere zu verschaffen und man merkt vor allem eines: die Fotografie in Verbindung mit dem Entdecken von neuen Orten ist für ihn eine ganz besondere Leidenschaft.

Plane nicht zu viel – lass dich von spontanen Situationen inspirieren!

Was uns alle zu Beginn gleich brennend interessiert ist die Frage, wie man denn nun auf Reisen die besten Fotos bekommt. Jörg Koopmann bezeichnet dies als sehr komplex. Er stellt klar, dass „beste“ auf jeden Fall Definitionssache ist. Muss er bestimmte Aufträge erfüllen, so ist das für ihn eine ganz andere Herangehensweise als wenn er für sich selbst loszieht.

Für ihn ist es auf jeden Fall wichtig herauszufinden, was das Besondere an einer Stadt ist, was sie ausmacht. Je mehr man in einer Stadt erlebt, desto mehr bekommt man ein Gefühl dafür, was in einer Stadt Standard ist und was sich hingegen von der Masse abhebt. Dabei sei es wichtig, sich nicht einfach nur von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu bewegen, sondern zu sehen, was an einem Ort auch tatsächlich passiert. Was ist das Gefühl, welches man in einem bestimmten Viertel wahrnimmt? Was macht es zu dem was es ist? Daraus können sich beispielsweise auch sehr soziale oder gesellschaftliche Fragen ergeben, die für die Motivwahl von Interesse sein könnten. Jörg Koopmann ist der Meinung, dass jede Stadt ihren eigenen Charakter hat und es für die Fotografie sehr entscheidend sein kann, genau zu erfahren, was sie zu dem gemacht hat, was sie heute ist. Hat sich diese Entwicklung in den letzten 10 Jahren ergeben? Oder vielleicht noch früher? Warum gibt es an einem Ort alte Häuser und am anderen nur neue?

Was uns besonders gefallen hat war Jörg Koopmanns Aussage, welche wir an dieser Stelle nun als Eiffelturm-Effekt bezeichnen wollen. Dieser besagt, auf den Punkt gebracht, dass man aus Paris nicht ohne einem Foto des Eiffelturms zurückkommen darf. Denn wie will man sonst wissen, dass die geschossenen Fotos auch tatsächlich aus Paris stammen? Die Menschen in ihren Büros, die Fotografie-Aufträge erteilen, wollen unmittelbar wissen woher die Fotos sind. Sie brauchen diesen sofortigen Moment der Erkenntnis. In einem solchen Falle sei es jedoch wichtig eine zweite, tiefere Schicht unter das offensichtliche Eiffelturm-Foto zu legen. Denn schließlich gibt es mehr als nur den Turm an sich und wie ich ihn tatsächlich fotografiere, das liegt schlussendlich in meiner Hand. Es geht also darum nicht nur ein schönes Foto zu bekommen, sondern sich auch zu fragen: Was erzählt es mir?

Schnapp dir ein Fahrrad und erkunde die Stadt

Andere legen sich zuerst einmal eine halbe Stunde ins Hotel, Jörg Koopmann schnappt sich ein Fahrrad. Das ist das Erste, was er macht, wenn er in eine neue Stadt kommt. Er sieht darin die beste Möglichkeit, um in kurzer Zeit einen guten Eindruck von dem Ort zu bekommen und erkennt dadurch schnell was die einzelnen Straßen und Viertel voneinander unterscheidet. Zu Fuß sei das oft zu mühsam und es koste sehr viel Zeit. In einer U-Bahn hingegen bekomme man kaum etwas von der Stadt mit. Das Fahrrad muss es also sein. Und auf keinen Fall zu viele Pläne im Kopf oder auf dem Papier. Denn diese verhindern nur, dass sich bestimme Situationen einfach von selbst ergeben. In der Fotografie ginge es schließlich nicht um einen „place to be“.

Auch ist Koopmann der Meinung, dass nicht jedes Foto immer auf den ersten Blick ein außergewöhnliches sein muss. Manchmal mache er Fotos und wisse eigentlich gar nicht warum. Diese Bilder verwende er schlichtweg als Notiz und zudem wisse man nie, wozu es noch gut sein könnte. Denn alles was man erlebt, das reist mit einem weiter. Und so kann ein bestimmter Moment einen anderen beeinflussen, obwohl man dies zum vorherigen Zeitpunkt natürlich noch nicht weiß. Manchmal kann er ein Foto einer gewöhnlichen Straße auch einfach nur hernehmen, um es mit einer anderen zu vergleichen. Es ginge oft darum, Vergleiche zwischen dem was man erlebt zu ziehen.

Bevor sich Koopmann auf dem Weg zu seinem nächsten Termin macht, gibt er uns noch abschließend mit auf den Weg:
„Es geht im Grunde einfach nur darum was du siehst. Und ob du dem zustimmst. Oder eben nicht.“

Für uns war das Gespräch mit Jörg Koopmann auf jeden Fall in vielerlei Hinsicht eine große Bereicherung. Es ist wirklich schön, einem Menschen zuzuhören, der so viel Leidenschaft lebt. Das inspiriert, bewegt und motiviert einen schlussendlich auch selbst mit der Kamera auf Entdeckungstour zu gehen. Genau das was wir jetzt auch tun werden: unsere Reise so richtig starten und neben Worten, vor allem auch sehr viele Bilder sprechen lassen.

Die Tipps zur Reisefotografie von Jörg Koopmann:

  • Schnapp dir ein Rad und erkunde die Stadt, den Ort, das Land!
  • Fotografie soll interessant und unmittelbar sein. Versuche trotzdem gleichzeitig unterhalb der Oberfläche eine Geschichte zu erzählen!
  • Plane nicht zu viel, sondern lass dich von spontanen Situationen inspirieren!
  • Verwirf den Gedanken einfach nur ein schönes Foto zu bekommen, sondern sei empfänglich für alles was um dich herum passiert!
  • Du kannst nicht überall sein. Die Entscheidung für einen Ort schließt immer einen anderen Ort aus. Aber du darfst dich entscheiden. Feiere das!

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