Fotoserien bearbeiten mit Lightroom – Teil 1

Fotografiert man einige Stunden bei einem Konzert, einer Sportveranstaltung oder auch nur einem Geburtstag schießt man viele Fotos, oft mehrere Hundert. Bei der Bearbeitung sieht man sich nun einer Mammutaufgabe gegenüber: Wie soll man das ganze Material sichten, wie zügig Veränderungen vornehmen?

Vor einigen Monaten war ich bei einem Straßenfest in Graz mit der Kamera unterwegs und erkläre anhand dieser Bilder meine Methode.

Beim Fotografieren: Gute Vorbereitung ist alles

Wollen Sie viele besondere Augenblicke einfangen, müssen Sie vor allem eines: Denken. Ihr Ziel sollte sein: So wenig Fotos wie möglich und so viele wie nötig. Fotografieren Sie nicht blind in alle Richtungen, sondern versuchen Sie vorauszusehen, wo sich fotowürdige Momente entwickeln können.

Tanzende Menschen auf der Straße © Darius Kromoser

© Darius Kromoser

Hier wollte ich eigentlich einige weiter die Straßen hinab stehende Straßenmusiker fotografieren, hörte dann aber aus einer Seitengasse Tanzmusik. Ich schaute nach und fotografierte diese Gruppe von Tänzern. Im Nachhinein eine gute Entscheidung: Die Fotos der Straßenmusiker sind nichts geworden. Bleiben Sie flexibel, aber agieren Sie mit einem Plan!

Straßenmusiker mit Gitarre © Darius Kromoser

© Darius Kromoser

Suchen Sie auch nach besonderen Kompositionen und Lichtsituationen. Als ich diese Szene fotografiert habe, war ich eigentlich schon auf dem Weg zur nächsten Station, sah aber beim Hinausgehen aus der Konzerthalle, wie der Gitarrist von einem Oberlicht wunderbar beleuchtet wurde, eine Situation, die mir vorher entgangen war.
Denken Sie auch an die Stärken und Schwächen ihres Equipments! Meine Kamera beispielsweise hat leichte Probleme mit der Fokussierung auf zwei bis der Meter entfernte Objekte; in kritischen Situationen drücke ich da lieber zwei- oder sogar dreimal ab. Löschen Sie auch nie Bilder während des Fotografierens, auf dem kleinen Bildschirm der Kamera bleiben ihnen oft Schätze verborgen.

(Aus)Sortieren in Lightroom: Darauf sollten Sie achten

Zuhause importiere ich die Bilder in Lightroom und versehe sie mit Stichworten und Tags. Dann geht es ans Eingemachte: Die Fotos werden aussortiert.

Fotos sortieren mit Lightroom © Darius Kromoser

© Darius Kromoser

Mit den Pfeiltasten bewege ich mich im Bibliotheks-Modul durch die Fotos und markiere sie als „ausgewählt“ oder „abgelehnt“ mit den Tasten P respektive X. Das erlaubt uns später durch Filter nur noch die ausgewählten Dateien anzusehen, die abgelehnten aber trotzdem noch im Lightroom-Katalog zu behalten. Mit der Taste C können Sie zwei Bilder vergleichen.

Fotos sortieren mit Lightroom – Shortcuts © Darius Kromoser

© Darius Kromoser

Bei diesem ersten groben Auswählen ist viel Ausschuss dabei. Behalten Sie nicht zwei sehr ähnliche Bilder (außer die funktionieren nur als Serie oder zeigen etwas sehr Wichtiges). Das ist auch die Zeit der Kompromisse: Bei den beiden Bildern oben war ich mit beiden nicht ganz zufrieden (ins Bild ragendes Hinterteil vs. wenig energetischer Moment), entschied mich aber für das rechte. Achten Sie auch auf Schärfe oder störende Hintergrundelemente. Bei großen Mengen Bildern mache ich gerne zwei Durchläufe und sortiere beim ersten nur die offensichtlich faulen Äpfel aus.

Sind die Bilder nun sortiert, geht es an die Bearbeitung mit Lightroom. Eine ausführliche Erklärung dazu finden Sie im Artikel „Fotoserien bearbeiten mit Lightroom – Teil 2“.

Schreibe einen Kommentar