Fotoserien bearbeiten mit Lightroom – Teil 2

In Teil 1 dieses zweiteiligen Artikels haben Sie bereits erfahren, welche Voraussetzungen für die Bearbeitung Ihrer Bilder in Lightroom wichtig sind. Nun geht es ans Eingemachte.

Bearbeiten in Lightroom

Ich wechsle nun ins Entwicklungsmodul und lasse mir über den Markierungs-Filter nur noch die akzeptierten Bilder anzeigen.

Fotobearbeitung mit Lightroom – Screenshot © Darius Kromoser

© Darius Kromoser

Der nächste Schritt ist nun das Entwickeln einer Strategie. Wie sollen die Fotos am Ende aussehen? Welches Gefühl sollen sie vermitteln?

Der Tag, an dem ich hier fotografiert habe, war einer der ersten Sommertage, es lag eine gute Stimmung in der Luft. Ich erlebte eine Veranstaltung voller Lebensfreude und blendend gelaunter Menschen. Das sollen meine Fotos widerspiegeln. Um auszuprobieren, welcher Look mir gefallen könnte, suche ich mir ein belichtungstechnisch relativ „durchschnittliches“ Bild ohne starke Schatten oder übertriebene  Lichtpartien, das auch keine starken Belichtungskorrekturen mehr brauchen wird.

Straßenmusiker © Darius Kromoser

© Darius Kromoser

Dieses Bild erscheint mir als gute Startlinie. Ich mache nun grobe Anpassungen; Ziel ist es, eine Art Vorlage zu erstellen, die ich für jedes Bild verwenden kann. Normalerweise nehme ich nur Änderungen an den „einfachen“ Slidern vor, manchmal ziehe ich auch eine Gradationskurve auf. Generell hängt die Menge an Arbeit, die Ihnen solche global angewendete Einstellungen abnehmen können, stark von den Fotos ab: Studiofotos bedürfen sehr viel weniger individueller Anpassung, das gleiche gilt oft für Landschafts- und Architekturfotos. Dazu kommen immer Profilkorrekturen für das verwendete Objektiv, die sich je nach Metadaten der Datei bei jedem Foto von alleine anpassen.

Bearbeitung des Straßenmusiker-Fotos © Darius Kromoser

© Darius Kromoser

Ich habe den Look erreicht, der mir vorgeschwebt ist. Nun werden die Einstellungen synchronisiert. Dazu markiere ich alle Fotos, auf die diese Einstellungen passen können. In meinem Fall also nur die Fotos aus der Konzerthalle; bei den nachfolgenden im Freien aufgenommenen Fotos wird ein anderer Weißabgleich als die eingestellten 6335K nötig sein. Dann drücke ich auf die Taste „Synchronisieren“.

Synchronisierte Bearbeitung der Fotos © Darius Kromoser

© Darius Kromoser

Es öffnet sich ein Dialog, in dem ich nochmal festlegen kann, welche Einstellungen ich synchronisieren möchte. Ich habe nur vier Parameter geändert, deshalb lasse ich alle markiert.

Synchronisierte Bearbeitung der Fotos 2 © Darius Kromoser

© Darius Kromoser

Nun gilt es, durch die Bilder zu forsten und nachzusehen, wie die allgemeine Vorlage funktioniert hat. Wo nötig nehme ich Veränderungen vor, korrigiere die Belichtung, lege einen Verlauf an oder mache lokale Korrekturen mit dem Pinsel. Wichtig ist mir dabei aber eher eine homogene Serie von Bildern zu bekommen, als aus jedem Foto das letzte herauszukitzeln. Auch Zuschneiden wird in diesem Schritt erledigt und ich habe eine weitere Gelegenheit, schlechte Bilder zu entsorgen.

Kontrolle der Fotos © Darius Kromoser

© Darius Kromoser

In diesem Bild beispielsweise habe ich einen Radialfilter genutzt, um den Hintergrund vollkommen ins Weiße zu ziehen und den Blick mehr auf den Schlagzeuger zu richten.

Vater mit Sohn im Kinderwagen © Darius Kromoser

© Darius Kromoser

Jetzt habe ich mich bis zu den Außenbildern vorgearbeitet und stoße auf ein Problem: Die Vorlage aus dem Konzerthaus liefert mir kein zufriedenstellendes Ergebnis mehr. Also verändere ich den Weißabgleich und die Belichtung, um wieder zu meinem Ideal zurückzukehren. Scheuen Sie sich bei einem Szenenwechsel auch nicht davor, ein wenig mit der Belichtung herumzuspielen. Außenfotos Ihrer Serie sollten als solche erkennbar und deshalb auch spürbar heller sein.

So bewege ich mich durch den Rest meiner Fotos. Schauen Sie sich bei großen Serien hin und wieder ihr Referenzfoto an, vielleicht haben Sie sich schon zu weit vom ursprünglichen Stil entfernt. Dann bleibt nur noch der Export.

Frohes Bearbeiten!

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