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Gestalten mit Schärfentiefe

Spricht der Fotograf von der Schärfentiefe, meint er den Bereich im Bild, der scharf abgebildet wird. Visiert man ein Objekt mit der Kamera an und drück den Auslöser halb herunter, fokussiert sie auf das anvisierte Motiv. Dabei wird genau genommen nur das scharf abgebildet, was die gleiche Entfernung zur Kamera hat, wie das anvisierte Motiv. Uns erscheinen aber auch Objekte scharf, die sich kurz vor oder hinter dem Objekt befinden. Die Schärfentiefe ist von verschiedenen Faktoren abhängig, die wir leider nur zum Teil beeinflussen können. Dazu später mehr.

Porträtaufnahmen

Bei Porträtaufnahmen möchte man in der Regel den Hintergrund möglichst unscharf darstellen, damit sich der Betrachter auf das Gesicht der Person konzentrieren kann und nicht durch einen störenden Hintergrund abgelenkt wird. Das erreicht man, indem man die Blende auf einen möglichst kleinen Blendenwert einstellt. Je nach Objektiv kann das eine Blende f/2,8, f/2 oder wenn möglich eine Blende f/1,4 sein. Dabei ist die Blende sehr weit geöffnet, denn je kleiner der Blendenwert, desto größer die Blendenöffnung.

Porträt mit Schärfentiefe ©Bernd Kröger

Bei Porträtaufnahmen möchte man meist eine geringe Schärfentiefe, um den Hintergrund auszublenden ©Bernd Kröger

Landschaftsfotografie

Anders sieht es bei der Landschaftsfotografie aus, da möchte man in aller Regel eine große Schärfentiefe erzielen. Von wenigen Metern bis zum Horizont soll alles klar erkennbar sein, auch in den Details. Dazu braucht man eine kleine Blende, also stellen wir einen großen Blendenwert ein. Blende f/8 oder f/11 sind gute Werte. Will man die Blende noch weiter schließen, sollte man ein Stativ verwenden, um Verwackelung zu vermeiden. Allerdings muss man dann darauf achten, dass sich das Motiv nicht bewegt. Bei windigem Wetter würde sonst durch die lange Belichtungszeit Bewegungsunschärfe an Bäumen und auf dem Wasser entstehen.

Landschaft mit großer Schärfentiefe ©Bernd Kröger

Bei Landschaftsaufnahmen wird große Schärfentiefe bevorzugt ©Bernd Kröger

Makro

Bei der Makrofotografie ist die Schärfentiefe generell sehr gering. Sie beträgt oft nur wenige Millimeter. Will man mehr Schärfentiefe erzielen braucht man auch hier eine kleine Blende. Empfehlenswert sind Einstellungen von f/11 bis f/16. Dadurch verlängern sich jedoch die Belichtungszeiten, so dass man ein Stativ verwenden muss. Auch hier muss jede Bewegung des Motivs vermieden werden, da sich sonst Bewegungsunschärfe ergibt.

Makrofotografie: Biene in Blüte ©Bernd Kröger

Bei der Makrofotografie beträgt die Schärfentiefe oft nur wenige Millimeter ©Bernd Kröger

 

Blende, Brennweite und Entfernung zum Objekt

Wie man oben sieht, ist die Schärfentiefe von der Blendeneinstellung abhängig. Je kleiner die Blende eingestellt wird (große Blendenzahl) desto größer wird die Schärfentiefe. Man kann somit auch sagen, je größer die Blendenzahl, desto größer die Schärfentiefe. Und anders herum, je kleiner die Blendenzahl, desto geringer ist die Schärfentiefe. Bei Spiegelreflexkameras sieht man durch den Sucher immer ein helles Bild mit geringer Schärfentiefe. Das liegt daran, dass man durch die völlig geöffnete Blende schaut. Erst, wenn man den Auslöser durchdrückt, stellt die Kamera die Blende auf den vorgewählten oder berechneten Wert (Arbeitsblende) ein. Nachdem das Bild gemacht ist, springt die Blende wieder auf den größtmöglichen Durchmesser. Um die Schärfentiefe zu beurteilen macht man am besten ein paar Probeaufnahmen mit unterschiedlichen Blendeneinstellungen. Einige Kameras haben eine Abblendtaste, mit der man die Blende auf den voreingestellten Wert verkleinern kann. Dadurch kann man die Schärfentiefe schon vor der Aufnahme prüfen. Allerdings wird dabei das Sucherbild ziemlich dunkel, so dass man schon sehr genau hinschauen muss. Testaufnahmen sind da wesentlich aussagekräftiger. Die Taste ist vermutlich eine Reminiszenz an die analoge Fotografie.

Leider ist die Blendeneinstellung nicht der einzige Faktor, der Einfluss auf die Schärfentiefe hat. Ein weiterer Parameter ist die Brennweite des Objektivs. Je länger die Brennweite, desto geringer die Schärfentiefe. Ein Objektiv mit 100mm Brennweite hat somit eine wesentlich geringere Schärfentiefe als ein Objektiv mit 35mm Brennweite.

Als dritter Parameter für die Schärfentiefe geht die Entfernung zum Objekt ein. Je näher man an das Motiv heran geht, desto geringer ist die Schärfentiefe. Bei einem Abstand von einem Meter ist die Schärfentiefe viel geringer als bei einer Entfernung von zwanzig oder dreißig Metern. Bei Landschaftsaufnahmen liegt die Schärfentiefe oft bei einigen Kilometern, wärend sie bei Makroaufnahmen meist nur einige Millimeter beträgt.

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