Mein CEWE FOTOBUCH Logo
Kundendienst & Hotline
Montag bis Sonntag von 08:00 Uhr - 22:00 Uhr
Bitte rufen Sie uns gerne an: 0662-268-245

Nachtaufnahme: Der Grazer Uhrturm

Heute geht es um das Thema Nachaufnahmen. Ganz konkret geht es um das obige Bild, das ich vom Grazer Uhrturm fotografiert habe.

In diesem Beitrag nehme ich Sie mit auf meine “Reise” zu diesem Foto und erkläre Ihnen angefangen vom Ziel, das ich bei diesem Shooting hatte, über die Erstellung, meine “Fehlversuche” und deren Gründe, bis hin zur Rawentwicklung alles Wissenswerte. Los geht’s!

Das Ziel

Mein Ziel war es, die Dämmerung über dem Grazer Schlossberg festzuhalten. Dabei war mir wichtig, dass es noch nicht ganz finster ist, die Beleuchtung aber schon eingeschaltet ist. Damit hatte ich nämlich – eigens für dieses Tutorial – etwas Spezielles vor. Ich wollte, dass alle Lichter diesen schönen Sterneffekt bekommen – und zwar OHNE Photoshop… Den Vordergrund wollte ich so dunkel wie möglich haben, damit nichts von meinem eigentlichen Motiv – dem Uhrturm – ablenkt.

Die Technik

Damit meine ich die Ausrüstung und Einstellungen, die ich für dieses Foto verwendet habe. Erst einmal möchte ich Ihnen die Einstellungen für mein Endergebnis verraten, möchte aber nicht verschweigen, dass das durchaus ein schönes Stück Arbeit war und einige Fehlversuche mit dabei waren, bis ich das Bild so im Kasten hatte, wie ich es auch in meinem Kopf hatte.

Nachtaufnahme Schlossber Graz Making-of ©Christian Iberer

©Christian Iberer

Wie Sie in diesem Bild sehen, war der Aufbau nicht sonderlich aufregend. Genau genommen ist sogar das Wort “Aufbau” eine ziemliche Übertreibung, aber wie dem auch sei, ich hab natürlich ein Stativ verwendet, ein 35mm f1.8 Objektiv (Festbrennweite) und einen Kabelauslöser. Letzterer ist allerdings nicht zwingend notwendig, das geht natürlich auch mit Selbstauslöser. Wichtig ist nur, dass man bei so langen Belichtungszeiten darauf Rücksicht nimmt, jegliche Art von Erschütterungen zu vermeiden.

Manueller Modus, ISO 100, Blende 22, 25 Sekunden Belichtungszeit

Jetzt aber der Reihe nach: Fangen wir mal mit der ISO an. Ich fotografiere mit Stativ, das bedeutet die Belichtungszeit ist mir nicht nur egal, ich weiß sogar schon vorher, das es eher länger werden wird. Daher möchte ich die bestmögliche Bildqualität (so wenig Rauschen wie möglich) und die hab ich eben bei ISO 100. Sollte Ihre Kamera als kleinsten Wert ISO 200 haben, nehmen Sie einfach den.

Warum aber ausgerechnet Blende 22? Sie haben recht, das Bild wäre auch mit einer wesentlich offeneren Blende (kleiner Blendenzahl) scharf geworden. Blende 22 habe ich aus einem einzigen Grund gewählt – der Sterneffekt an den Lichtern. Denn wenn man mit Blende 22 fotografiert, sorgt die Stellung der Lamellen der Blende dafür, dass dieser Sterneffekt entsteht. Das funktioniert auch schon mit Blende 16, aber bei dieser Linse wird’s mit Blende 22 eben schöner – zumindest für meinen Geschmack. Wenn Sie jetzt sagen, genau diese Sterne stören mich – kein Problem – einfach offenblendiger fotografieren und fertig.

Jetzt fehlt uns nur noch die Belichtungszeit. Wie schon gesagt war dieses Bild mein Endergebnis, also eines der letzten meiner Serie. Und natürlich habe ich nicht gleich im manuellen Modus fotografiert. Ich habe, so wie ich das fast immer tue, im Modus “Zeitautomatik” begonnen. Das bedeutet, ich wusste ich will ISO 100, Blende 22 und die Belichtungszeit liefert dann die Kamera. Das Problem ist nur, dass durch die sehr unterschiedlichen Lichtverhältnisse meines Motives ein “richtig” belichtetes Bild nicht zu dem gewünschten Ergebnis geführt hat, mir allerdings einen guten Richtwert liefern konnte. Dann hab ich nur noch ein bisschen mit der Belichtungsdauer gespielt (das geht in Kombination mit den beiden anderen Werten natürlich nur im Modus M) und fertig.

So, jetzt zeig ich Ihnen mal mein erstes Foto im Modus A:

Lichtverhältnisse Nachtaufnahme Schlossberg Graz Fotografie-Nacht-Uhrturm-Graz ©Christian Iberer

©Christian Iberer

Also mal abgesehen davon, dass das Foto wesentlich schöner wäre, wenn zumindest der Uhrturm scharf wäre und der Bildausschnitt ziemlich zu wünschen über lässt, sieht man, dass der Sterneffekt an den Lichter nur schwach zu erkennen ist, mir aber vor allem die weichen und verwischten Wolken fehlen. Grund dafür ist, das die korrekte Belichtung im Modus A bereits nach 6 Sekunden erreicht war.

Als nächstes sehen Sie meinen ersten manuellen Versuch – dazwischen lagen ungefähr 5 weitere Versuche im Modus A, die ich Ihnen und mir an dieser Stelle gerne ersparen würde.

Nachtaufnahme Uhrturm Graz Lichtverhältnisse ©Christian Iberer

©Christian Iberer

Hier liegen wir bei den Einstellungen bei ISO 100, Blende 22 und 28 Sekunden. Der Bildausschnitt hat sich wesentlich verbessert – gut, näher zoomen geht mit einer Festbrennweite eben recht schlecht, nur an der Schärfe hapert es noch. Damit es auch da keinen Stress mehr gibt, hab ich mein Fokusmessfeld im Sucher mit meinen Cursortasten verschoben, bis es auf dem Uhrturm war.

So kam ich zu meinem Ergebnis – also wie man hier sieht… Fast:

Nachtaufnahme Uhrturm Graz ©Christian Iberer

©Christian Iberer

Ich fand nämlich ursprünglich das Licht in der linken unteren Ecke spannend, hab aber dann bei der Bearbeitung festgestellt, das es nicht wirklich was für mein Bild tut, sondern ein etwas engerer Ausschnitt ein stärkeres Bild ausmachen würde.

Raw-Entwicklung

Viel musste ich in der Raw-Entwicklung nicht machen. Neben dem Beschnitt und dem Schärfen (Sie wissen, Raw-Dateien kommen ungeschält aus der Kamera) hab ich den Weißabgleich etwas korrigiert (das hätte ich natürlich auch gleich bei der Aufnahme machen können), die Lichter etwas abgedunkelt und die Tiefen etwas aufgehellt, dem Bild mit dem “Klarheit”-Regler mehr Kontrast in den Mitteltönen verpasst, die Dynamik erhöht und mit dem Sättigungsregler etwas gegengesteuert! Zum Schluss noch eine Vignette und fertig ist es.

Ich hoffe, Sie haben Lust bekommen, auch mal wieder eine Nachtaufnahme zu probieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Artikel der Kategorie

Im Interview: Torsten Mühlbacher

Related posts: Oldenburg und Borkum – eine traumhafte Reise in den Norden Create your own story – zu Besuch bei Interrail Amsterdam und Utrecht – Grachtenstadt im Groß- und Kleinformat… Weiterlesen

Das Ende einer Reise

Related posts: Oldenburg und Borkum – eine traumhafte Reise in den Norden Create your own story – zu Besuch bei Interrail Amsterdam und Utrecht – Grachtenstadt im Groß- und Kleinformat… Weiterlesen