Reisefotografie: Tipps zum Fotografieren von Menschen (Teil 1)

Wer gerne reist, fotografiert meist auch gerne. Beim Fotografieren von Menschen bedarf es allerdings eines guten Einfühlungsvermögens. Speziell dann, wenn es sich um fremde Personen anderer Kulturen handelt.

Hier ein paar Tipps aus persönlicher Erfahrung, wie Portraitaufnahmen und schnelle Schnappschüsse auf Reisen gut gelingen:

Respekt zeigen

Über allem steht definitiv eine Regel: Zeigen Sie Respekt gegenüber den Menschen und der jeweiligen Situation – gleich welcher Kultur. Schließlich möchte niemand von uns bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit fotografiert werden, schon gar nicht von einer unbekannten Person. Bevor Sie den Auslöser Ihrer Kamera betätigen, sollten Sie sich daher immer in den jeweiligen Menschen hineinversetzen.

Reisefotografie: traditionell gekleidete Frau ©Ulli Felber

©Ulli Felber

Kulturelle Unterschiede beachten

Auf meinen Reisen habe ich bemerkt, dass sich beispielsweise „Westler“ weniger gerne fotografieren lassen, als vergleichsweise Asiaten. Aber auch in Asien gibt es Unterschiede: So lassen sich Inder zum Beispiel meist gerne und ausgiebig ablichten, Thailänder sind da schon wesentlich verhaltener. Das ist aber nur mal pauschal gesagt, denn letzten Endes sind viele Faktoren ausschlaggebend – wie unter anderem kulturelle und religiöse Hintergründe, die jeweilige Situation und natürlich der Mensch an sich.

Reisefotografie Indien traditionell gekleideter Mann©Ulli Felber

©Ulli Felber

Keine voreiligen Schnellschüsse

Zugegeben: Es gibt Momente und Szenerien, ganz besonders in exotischen Ländern, die man als passionierter Fotograf unbedingt spontan einfangen möchte. Keine Frage, dass auf diese Weise oft die besten Schnappschüsse entstehen. Diesem Reiz zu widerstehen ist nicht einfach und manchmal kann man einen unbeobachteten Moment dazu nutzen. Generell steht aber, wie gesagt, der Respekt an erster Stelle. Besser ist es, die Situation zuvor gefühlsmäßig zu erfassen, als gleich los zu knipsen.

Lieber nachfragen: Feste und Zeremonien

Während profane Feierlichkeiten meist ideal zum Fotografieren sind, scheiden sich bei religiösen Festen und Zeremonien die Geister. Aber auch hier macht speziell Indien einen sehr entspannten Eindruck auf mich. Egal, ob hinduistisches oder buddhistisches Ritual: Fotografieren ist fast immer erlaubt, kurioserweise selbst bei Begräbnissen. Oft wurde ich sogar aufgefordert, zu fotografieren oder mir wurde in den vordersten Reihen der Gäste Platz gemacht, damit ich ein gutes Foto schießen konnte – in Europa eigentlich undenkbar. Trotzdem gilt diese Beobachtung natürlich nicht als Freibrief: Man sollte sich in jedem Fall immer vorab bei einem Einheimischen erkundigen, ob es angebracht ist, zu fotografieren. Selbiges gilt natürlich an religiösen bzw. kultischen Stätten – auch wenn gerade keine Feier stattfindet.

Reisefotografie: Zeremonie Indien ©Ulli Felber

©Ulli Felber

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