Urlaubsfotos: Fotografieren im Urlaub

Städtereisen und Wochenendtrips werden immer beliebter. Günstige Flüge in europäische Metropolen wie Paris, Rom oder London erlauben es uns, das eine oder andere Wochenende mit Shopping oder Sightsseeing zu verplanen. Bei vielen von uns darf dabei die Kamera keinesfalls fehlen. Aber wie bereitet man sich fotografisch am besten vor und was an Ausrüstung muss unbedingt mit, wenn man mit seinen Liebsten unterwegs ist? Dieser Frage möchte ich heute nachgehen.

Immer wenn eine Reise ansteht, will diese gut vorbereitet werden. Und das vor allem dann, wenn nur wenig Zeit zur Verfügung steht und es so viel zu sehen gibt. Was die Fotografie betrifft, habe ich da ein – für mich seit Jahren bewährtes – System. Die wichtigsten Zutaten: Reiseführer, Reiseblog und 500px – allerdings in umgekehrter Reihenfolge. Also nichts wie Browser gestartet und auf 500px nach London gesucht. Binnen weniger Sekunden ist mein Bildschirm gefüllt mit den schönsten Fotos der britischen Metropole – und das zu allen Tages- und natürlich Jahreszeiten. Das hilft mir sehr, denn jetzt weiß ich, was ich unbedingt fotografieren will und auch wann ich das tun sollte. Als nächstes geht’s auf Reiseblogs. Die helfen mir dabei die zur Verfügung stehende Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen, Wartezeiten bei Sehenswürdigkeiten besser einschätzen zu können und ein System in meine Reise zu bringen. Die Reiseführer versorgen mich schlussendlich „offline“ vor Ort mit allen wissenswerten Fakten.

Sie wundern sich vielleicht, dass ich bisher noch kein Wort zur Ausrüstung verloren habe. Das hat einen guten Grund. Ich versuche, so wenig wie möglich mitzunehmen. Zum einen hab ich dann weniger zu schleppen, zum anderen „muss“ ich mich so aufs Fotografieren konzentrieren und verbringe nicht die meiste Zeit mit dem Wechseln der Objektive. Mein Mittel der Wahl: eine 18 – 200mm Linse. Damit bin ich immer bestens vorbereitet, egal ob Weitwinkel oder Teleobjektiv. Natürlich gilt hier auch je lichtstärker desto besser, aber das sei Ihrem Budget überlassen. Ein kleiner Tipp an dieser Stelle: Es lohnt sich, ein wenig Geld in einen vernünftigen Kameragurt zu investieren. Sie ärgern sich nicht über immer rutschende Tragegurte; und fehlende Schriftzüge wie „Canon“, „Nikon“, oder „Sony“ sowie eingearbeitete Stahlseile machen auch potenziellen Dieben das Leben schwerer, genau wie ein kleiner Streifen schwarzes Klebeband über Hersteller- und Produktbezeichnung.

So, jetzt aber zurück zur Ausrüstung. Eigentlich steht auf meiner Liste jetzt nur noch ein stabiles aber leichtes Reisestativ. Dabei sollten Sie keinesfalls sparen, Ihr Rücken wird es Ihnen danken. Jede Stadt entwickelt ein besonderes Flair, wenn es Nacht wird, wenn die Sonne langsam untergeht und die Beleuchtung im wahrsten Sinne des Wortes ein neues Licht auf die Gebäude wirft.

Ich versuche, meine Fotografie immer in das Reiseprogramm der Familie zu integrieren und nicht das Programm der Fotografie unterzuordnen. Außerdem teile ich die Fotos, die ich machen will, in vier Kategorien.

Kategorie A: Erinnerungs- und Familienfotos

Das sind Fotos, die mir und meiner Familie wichtig sind, die uns das Gefühl des Urlaubs auch Jahre danach wieder in unsere Köpfe und Herzen zaubern. Aber sind Sie bereit für die harte Wahrheit? Diese Fotos interessieren eigentlich sonst niemanden. Warum? Weil die anderen nicht dort waren und ihnen damit der Bezug dazu fehlt. Macht das diese Fotos zu schlechten Fotos? Nein, ganz im Gegenteil, aber es sind eben unsere Erinnerungen.

Kategorie B:

Fotos von bekannten Sehenswürdigkeiten und zwar ganz klassich fotografiert. Warum? Ganz einfach: Stellen Sie sich ein Fotobuch von London ohne Big Ben, London Eye, Millenium Bridge oder Buckingham Palace vor. Undenkbar, oder? Außerdem lässt sich das ganz großartig in einen Familienurlaub integrieren, denn all das wollen natürlich auch Sie und Ihre Lieben live sehen. Vergessen Sie nicht auch Dinge zu fotografieren, die typisch für ihr Reisezeil sind. Ein Beispiel gefällig? Die roten Telefonzellen, die wohl jeder mit London in Verbindung bringt.

Reisefotografie: London Eye ©Christian Iberer

©Christian Iberer

Kategorie C:

Hier geht es um Fotos, die die Seele des Urlaubsziels einfangen. Ich fotografiere dabei gerne Szenen aus dem Leben der Menschen der Stadt. Dabei habe ich für mich einige ganz einfache Regeln aufgestellt. Ich fotografiere niemals Menschen in privaten Situationen. Außerdem versuche ich immer Blickkontakt mit meinem „Motiv“ herzustellen. Ein Zeigen auf die Kamera und ein Lächeln und schon ist klar – ohne jegliche Sprachbarriere – ob Ihr Gegenüber damit einverstanden ist, sich fotografieren zu lassen. Ganz wichtig dabei ist: ein Nein ist ein Nein. Zusätzlich bilden Fotos von typischen Speisen, Geschäften und Märkten tolle Stimmungsfotos für Ihr Fotobuch.

Reisefotografie London Menschen ©Christian Iberer

©Christian Iberer

Kategorie D:

Damit meine ich Fotos, die mir aus  – wenn man es so will – „künstlerischer Sicht“ am Herzen liegen. Das können besondere Stiegenhäuser, beachtenswerte Details, Farben, Fahrzeuge und vieles mehr sein. Dabei können Sie Ihrer Leidenschaft Fotografie freien Lauf lassen.

Reisefotografie ©Christian Iberer

©Christian Iberer

Mit diesen Tipps wird nicht nur ihr Familienurlaub zu einen stressfreien Fototrip, sie werden sich auch noch Jahre danach an den Erinnerungen erfreuen. Und auch Ihre Freunde und Bekannten werden sich Ihre Fotobücher immer wieder gerne ansehen. Probieren Si’s doch einfach mal aus, denn der nächste Urlaub kommt bestimmt!

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