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Reisefotografie: Ladakh – Land der Gegensätze

Die außergewöhnliche Region im Himalaya lockt Kulturreisende ebenso wie Backpacker, Wanderer und Extrembergsteiger. Gleich, wie man seine Reise durch Ladakh gestaltet: Die Kamera sollte man immer dabei haben!

Indiens „little Tibet“ unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen Gegenden des berühmten Subkontinents. Und genau das ist der Grund, warum ich von Ladakh so fasziniert bin und es seit 2010 jedes Jahr für einige Wochen bereise. Selbstverständlich gefällt mir auch das ganz „klassische“ Indien – aber Ladakh ist einfach einzigartig, anders. Ein Land voller Gegensätze, die harmonisch neben- und miteinander existieren. Ein Paradies für leidenschaftliche Fotografen.

Fotogenes Shangri-la im politischen Spannungsfeld

Ladakh ist eine Region im nördlichsten, indischen Bundesstaat „Jammu & Kaschmir“. Die Hauptstadt Leh liegt bereits auf 3.000 m – viele andere Dörfer noch deutlich höher. Die Region zählt in etwa 290.492 Einwohner und rund 99% der Landesfläche sind unbewohnbar. Ladakh grenzt direkt an Pakistan, dem von China annektierten Tibet und der umstrittenen Region Kaschmir. Was man allerdings als direkte „Nachbarschaft“ bezeichnet, liegt meist viele hunderte Kilometer und unzählige Bergriesen entfernt. Daher hört sich alles „gefährlicher“ an, als es tatsächlich ist. Ladakh ist glücklicherweise trotz der benachbarten Unruheherde eine „Insel der Seeligen“, eingebettet zwischen den majestätischen Gebirgsketten des Himalayas und des Karakorums. Ein absoluter Traum für Landschaftsfotografen: Die Landschaft ist geprägt von den eindrucksvollen, kargen Bergriesen und satten, grünen Tälern.

Typische Landschaft in Ladakh: satte Täler, karge Berge ©Ulli Felber

©Ulli Felber

Indien ist nicht gleich Indien

Als einstiges, unabhängiges Königreich steht Ladakh erst seit 1948 unter indischer Verwaltung. Seine Wurzeln liegen in der buddhistisch tibetischen Kultur. Damit unterscheidet sich das Volk nicht nur rein äußerlich stark von den vielen anderen Einwohnern der verschiedenen indischen Bundesstaaten. Auch würde sich kaum ein Ladakhi selbst als „Inder“ bezeichnen, zumindest nicht in erster Linie. In den Gesichtern des wunderschönen Volkes spiegeln sich die mongolisch-tibetischen Einflüsse, auch gelten die Ladakhis als wesentlich „ruhiger“ und zurückhaltender als Inder aus anderen Gegenden – was aber ihrer außergewöhnlichen Herzlichkeit keinen Abbruch tut! Wenn man freundlich nachfragt, gelingt einem so mancher Schnappschuss von diesen wunderschönen Gesichtern.

Hier eine Nomadin an der Grenze zu Tibet:

Ladakhische Nomadin

©Ulli Felber

Ladakh: Aufnahmen zwischen Tradition und Moderne

Schillernd bunte Saris und Turbane, Elefanten, heilige Kühe und Schlangenbeschwörer, Wasserkrüge auf Köpfen und mystische Sadhus – den klassischen indischen Stereotypen wird man in Ladakh selten bis gar nicht begegnen (dafür aber sonst an allen Ecken und Enden in Indien). Das versteckte Land bewegt sich in einem interessanten Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne. Die meisten Ladakhis leben nach wie vor als eigenständige Bauern und manche sogar noch als Nomaden wie vor hunderten von Jahren. Viele Einwohner sind natürlich in der Zwischenzeit im Tourismus tätig und für etliche Familien ist es noch üblich eines ihrer Kinder ins Kloster zu schicken. Das Straßenbild in der Hauptstadt Leh ist facettenreich und auf jeden Fall viele Fotos wert: uralte Marktfrauen, die Gemüse anbieten, rot gewandete Mönche auf Motorrädern, Männer und Frauen in ihren regionalen Trachten, kaschmirische Händler mit hennaroten Harren, hippe Teenager und freche Taxifahrer. Buddhisten, Muslime, Hindus – friedlich Seite an Seite.

Hier sieht man den jungen Ladakhi Mohd Imran von der Reiseagentur Frozen Himalayas am Chaddar Trek – mit traditioneller Fellmütze und hochmoderner Trekkingausrüstung:

Junger Ladakhi am Chaddar Trek

©Gulzar Hussain

Religion des Friedens: Tempel, Moscheen, Paläste auf einem Blick

Wie gesagt: Ladakhs Kultur gründet im Buddhismus und bis heute ist die als Religion praktizierte Philosophie ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Als Tourist wird man sich – gleich ob religiös, spirituell oder atheistisch – nur zu gerne in den alten, wunderschönen und mystischen Tempeln verlieren. Was aber viele nicht wissen: Die Bevölkerung Ladakhs ist bis zu rund 49 % muslimisch. Grund dafür ist ein geschichtlicher Vorfall im 16. Jahrhundert, der die Königsfamilie zum Islam konvertieren ließ. Heutzutage existieren Islam und Buddhismus bis auf wenige Ausnahmen vollkommen friedlich nebeneinander. Mehr noch: Die beiden Glaubensrichtungen beeinflussen sich vereinzelt sogar gegenseitig – muslimischen Ladakhis ist beispielsweise die Idee des Karmas, entgegen ihrer Religion, durchaus eigen. Auch feiern viele Muslime und Buddhisten, wie ich es selbst oft erleben durfte, ihre religiösen Feste gemeinsam und laden einander gegenseitig ein. Und immer öfter kommt es auch vor, dass interreligiös geheiratet wird – es ist nicht lange her, dass dies vollkommen unvorstellbar war! Generell gelten Ladakhis als sehr religiös und tolerant. So finden sich in der Region viele buddhistische Tempel neben Moscheen, Hindutempeln und vereinzelt sogar christlichen Kirchen. Und gerade dieses wundervoll friedliche Miteinander birgt großartige Motive für Fotografen, wenn sie nur die Augen offen halten.

Das Zentrum von Leh – der Königspalast, buddhistische Tempel und das Minarett einer Moschee:

Das Zentrum von Leh: der Königspalast, buddhistische Tempel und das Minarett einer Moschee. ©Ulli Felber

©Ulli Felber

Muslimischer Händler:

Reisefotografie: Muslimischer Händler in Ladakh ©Ulli Felber

©Ulli Felber

Buddhistische Mönche:

Reisefotografie: Buddhistische Mönche in Ladakh ©Ulli Felber

©Ulli Felber

Die außergewöhnliche Region im Himalaya lockt Kulturreisende ebenso wie Backpacker, Wanderer und Extrembergsteiger. Gleich, wie man seine Riese durch Ladakh gestaltet: Die Kamera sollte man immer dabei haben!

Man kann viel über ein Land sagen, man kann es kritisieren oder in den höchsten Tönen loben, man kann die wichtigsten Highlights hervorheben oder es in allen Einzelheiten beschreiben. Nie aber wird das Bild, das man mit Worten und Bildern zeichnet, ein vollständiges sein, da jeder Reisende jedes Land auf eine ganz eigene Art erlebt. Gleich, ob Kultur oder Natur, ob Expedition oder Müßiggang – Ladakh ist immer eine Fotoreise wert. Mein Tipp: Sich ein wenig mehr Zeit nehmen, die Touristenpfade verlassen, hinter die Kulissen blicken und das goldene Herz dieser einzigartigen Region erleben.

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